Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 
Neue Krimireihe
Freitag, 09. September 2011 um 16:41
Heimatkrimi in "Letzten Monat haben Sie eine Kampagne für Carlotta Larochelle gemacht", keifte Maus. "Das Mädchen ist siebzehn und strohblöd. Was für eine Autorenpersönlichkeit hat die, bitteschön?"
"Sie hat etwas anderes", sagte Vering. "Sie hat, nun ja, sie hat ..."
"Möpse", sagte Reimann und grinste wieder. "Haben sie die Dinger mal gesehen? Mit solchen Möpsen auf dem Cover kriegt man auch einen Beipackzettel für Abführzäpfchen auf die Bestsellerliste."
"So ist es", sagte Vering. "Sex sells. Und stell dich endlich den Tatsachen, Maus. Mit dir will wirklich niemand ins Bett."

Die Fernsehzeitschrift "auf einen Blick" hat eine neue Krimireihe gestartet, und ich freue mich, dass ich (s.c.j.) regelmäßig dazu beitragen werde. Es handelt sich um Heimatkrimis, die jeweils in der Gegend handeln, in der die entsprechende Regionalausgabe von "auf einen Blick" verkauft wird.
In der aktuellen Nord-Ausgabe (37/2011)  bin ich mit einer Geschichte vertreten, in der ein Autor um jeden Preis in das Verkaufsprogramm einer großen Buchhandelskette aufgenommen werden möchte und dafür zu verzweifelten Mitteln greift.
Schauplatz der Geschichte ist Schwerin. Im wirklichen Leben könnte sie allerdings wohl nirgendwo stattfinden. Dafür sind Personen und Ereignisse dann doch zu weit hergeholt ...

Ein Kurzkrimi von Marc van der Poel
 

Zwischenstation

Hans lehnte sich gegen ein Waschbecken, zog ein Etui aus der Tasche seines Jacketts, nahm zwei Zigaretten heraus, reichte Willi eine davon und gab ihm Feuer. "Rauchverbot! Die Menschheit wird verrückt. Aber ich stell mich nicht raus in die Kälte."
Er schüttelte den Kopf. "Mensch Willi, wie lange ist es her, dass wir beide heimlich zusammen auf dem Klo geraucht haben? Sechzig Jahre?"

aus "Zwillinge"

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler"