Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 
Vom Schreiben etc.
Neue Krimireihe
Freitag, 09. September 2011 um 16:41
Heimatkrimi in "Letzten Monat haben Sie eine Kampagne für Carlotta Larochelle gemacht", keifte Maus. "Das Mädchen ist siebzehn und strohblöd. Was für eine Autorenpersönlichkeit hat die, bitteschön?"
"Sie hat etwas anderes", sagte Vering. "Sie hat, nun ja, sie hat ..."
"Möpse", sagte Reimann und grinste wieder. "Haben sie die Dinger mal gesehen? Mit solchen Möpsen auf dem Cover kriegt man auch einen Beipackzettel für Abführzäpfchen auf die Bestsellerliste."
"So ist es", sagte Vering. "Sex sells. Und stell dich endlich den Tatsachen, Maus. Mit dir will wirklich niemand ins Bett."

Die Fernsehzeitschrift "auf einen Blick" hat eine neue Krimireihe gestartet, und ich freue mich, dass ich (s.c.j.) regelmäßig dazu beitragen werde. Es handelt sich um Heimatkrimis, die jeweils in der Gegend handeln, in der die entsprechende Regionalausgabe von "auf einen Blick" verkauft wird.
In der aktuellen Nord-Ausgabe (37/2011)  bin ich mit einer Geschichte vertreten, in der ein Autor um jeden Preis in das Verkaufsprogramm einer großen Buchhandelskette aufgenommen werden möchte und dafür zu verzweifelten Mitteln greift.
Schauplatz der Geschichte ist Schwerin. Im wirklichen Leben könnte sie allerdings wohl nirgendwo stattfinden. Dafür sind Personen und Ereignisse dann doch zu weit hergeholt ...

Ein Kurzkrimi von Marc van der Poel
 
Literatur Quickie im Feldstern
Donnerstag, 13. Januar 2011 um 12:18

Literaturquickie

„Das ist tatsächlich der 139. Literatur Quickie mit Marc van der Poel. Ich freu mich sehr, dass er da ist. Und wie immer haben wir natürlich hier und da eine kleine Anekdote zum Autoren. Bei Marc van der Poel ist das erst mal sehr profan benannt: Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Holländer, er Kanadier, sein Besteck setzt sich aus Schweden zusammen, seine einzige Kaffeetasse ist Dänin, sein Teddy spricht Polnisch und Italienisch … Und bei so vielen Nationalitäten fehlte ihm noch eine und zwar die französische. Und weil er vom Schreiben nicht leben kann und nicht leben konnte, ist er vor langer, langer Zeit in den Elsass ausgewandert und hat dort Königspudel und Schäferhunde gezüchtet, um aus ihrer Milch Hundekäse herzustellen - nennt sich auch ‚Fromage de Chien‘. Und das war zwei Jahre total erfolgreich. Alle haben diesen Käse gefressen. Nach zwei Jahren war der Boom vorbei. So ähnlich wie bei Froschschenkeln. Das war auch nach zwei Jahren durch, das Thema. Er ist nach Deutschland zurückgekehrt und hat sich dann mit der Erfindung von Personen beschäftigt - also in seinen Geschichten. Und hat vor der Lesung tatsächlich behauptet, ihr seid alle seine Erfindungen.“

Das ist das Beste am Literatur Quickie, dass man eine neue Biografie bekommt, die man anschließend behalten darf.

Der Literatur Quickie ist eine Lesereihe, die „2007 in Hamburg ins Leben gerufen wurde und einmal wöchentlich Hamburger AutorInnen zu einer 17-minütigen Kurzlesung einlädt. Anfänglich fanden die Veranstaltungen in der Hamburger Bar „439“, seit dem 8. September 2010 im „Feldstern“, einer Szene-Kneipe im Hamburger Schanzenviertel statt. Heute ist der Literatur Quickie mit mehr als 140 Terminen die langlebigste Literaturveranstaltung Hamburgs“ (Wikipedia).

Am 12. Januar durfte ich dort zu Gast sein und zwei meiner Geschichten vortragen. Schöne Location. Tolles Publikum. Supernette Betreuung durch die Gastgeber Lou A. Probsthayn und Gunter Gerlach. Hat einfach nur Spaß gemacht.

Das "Feldstern" in der Schanze.
literaturquickieliteraturquickieMarc beim Literatur Quickie.

À propos: Il y a encore plusieurs livres de Fromage de Chien plus délicat en stock! Veuillez adresser votre commande directement à mon revendeur autorisé Lou A. Probsthayn.

 
Teelichte und Sternenhimmel
Dienstag, 17. August 2010 um 10:52
espressivo in Dinkelscherben

Am 14. August hat die Autorengruppe espressivo ihre schon traditionelle Lesung in Dinkelscherben veranstaltet. Ich war leider nicht dabei, habe mir aber sagen lassen, dass es sehr schön war. Ausführliche Infos gibt es auf der espressivo-homepage.

 

 
„Wie Küsse im Dunkeln“: Dreimal volles Haus in Hamburg und Buxtehude
Geschrieben von: Sophie Karlis   
Montag, 29. März 2010 um 10:52
Honigfabirk WilhelmsburgDrei Lesungen an drei Tagen, bis auf den letzten Stehplatz ausverkauft, die Presse war da (siehe den Link unter diesem Eintrag), der NDR brachte eine Ankündigung, sogar aus München waren Zuhörer angereist: Unsere „Wie Küsse im Dunkeln“-Lesetour vom 26. bis 28. März in Buxtehude und Hamburg hätten wir uns schöner nicht ausmalen können! 

Station der espressivo-Lesereise: Das Kulturzentrum "Honigfabrik" in Hamburg-Wilhelmsburg Kein Klappstuhl, kein Quadratmeter blieb ungenutzt. Trotz des Aprilwetters kamen die Zuhörer zu allen drei Terminen in Scharen und ließen sich zu kurzen wie intensiven Berührungen mit den Schicksalen, Sehnsüchten und Skurrilitäten der Protagonisten in den espressivo-Geschichten verführen.  

Mit den Schrullen von Onkel Bernd zum Beispiel, der gern Stecknadeln belichtet. Mit dem Heimweh einer Frau im nächtlichen Berlin, mit der besonderen Liebe eines namenlosen Fremden zur Einsamkeit. Mit Caspar, der sich mit seinem Bruder auf das dünne Eis des zugefrorenen Sees wagt und dem Flug einer Sahnetorte, der die Gemüter erhitzt. 

Gefühlvolle Berührungen waren auch die musikalischen Intermezzi von Silvio Kuschmierz auf der Gitarre und Cornelia Fröschl auf der Querflöte, die mit Klängen selbst kleine Geschichten erzählten. Durch das Programm führten Anna Warner, Gesina Cramer und Jürgen Hayer. Mit dem Motto "Wie Küsse im Dunkeln" lehnt sich espressivo an das Stephen-King-Zitat an, der sagt, eine Kurzgeschichte sei "like a kiss in the dark from a stranger".  

Auch das Gastspiel im Norden war wie ein Kuss im Dunkeln: aufregend, unvergesslich - und allzu schnell wieder vorbei. Die nächsten Lesungen für 2010 sind darum schon in Planung. Erstmal aber werden wir uns mit Volldampf in die Arbeit an unserer neuen Anthologie stürzen. So ein Lese-Wochenende voller Begegnungen, Gespräche und Geschichten ist einfach die beste Schreibmotivation ...

Stimme zur Lesung: "Speed-Dating mit acht Autoren" (Buxtehuder Tageblatt).  

Quelle: http://www.autorengruppe-espressivo.de/espressivo_aktuell_10.html
  
 
"Zwischenstation und 35 andere Hotelgeschichten" erschienen
Freitag, 19. Februar 2010 um 17:45
espressivo - ZwischenstationEndlich, endlich, endlich können wir euch die gute Nachricht vermelden: Unsere dritte Anthologie "ZWISCHENSTATION und 35 andere  Hotelgeschichten" ist im Mohland-Verlag erschienen!

Diesmal haben sich die espressivo-Autoren an diversen Schauplätzen im Hotel nach erzählenswerten Begebenheiten umgesehen - und 36 spannende, romantische, nachdenkliche, hin und wieder auch schräge Fundstücke für euch zusammengetragen.
Auch wenn die neuen Geschichten eine kleine "Zwischenstation" eingelegt und sich darum etwas verspätet haben - das Warten hat sich gelohnt: Alles über  "ZWISCHENSTATION" findet ihr in unserer Pressemitteilung, einen ersten Blick auf die Texte werfen könnt ihr unter Leseproben auf der espressivo Homepage.

"ZWISCHENSTATION und 35 andere Hotelgeschichten", herausgegeben von Christopher Kaatz, ist im Mohland-Verlag erschienen, hat die ISBN-Nummer  978-3-86675-111-8 und kann zum Preis von 12,50 Euro überall bestellt werden, wo es Bücher gibt - u.a. bei Amazon und direkt vom Mohland-Verlag.

(Diesen Text habe ich von der espressivo HP geklaut. Nicht weitersagen.)
 
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Zwischenstation

Hans lehnte sich gegen ein Waschbecken, zog ein Etui aus der Tasche seines Jacketts, nahm zwei Zigaretten heraus, reichte Willi eine davon und gab ihm Feuer. "Rauchverbot! Die Menschheit wird verrückt. Aber ich stell mich nicht raus in die Kälte."
Er schüttelte den Kopf. "Mensch Willi, wie lange ist es her, dass wir beide heimlich zusammen auf dem Klo geraucht haben? Sechzig Jahre?"

aus "Zwillinge"

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler"