Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 
Über mich
MarcIch will raus aus meinem Exil und in meine Heimat. Ich will mit den Personen und Geschichten leben, die ich mir ausdenke. Ich will gut schreiben. Aber wenn's nur zum Groschenroman langt ist es mir auch egal. Ich will am Fenster mit dem Blick auf die Ebene sitzen und schreiben. Vom Morgen bis zum Abend. Und die eine Katze liegt auf dem Schreibtisch und die andere zu meinen Füßen.
Bernhard Schlink, "Das Wochenende"

Geboren 1969 in Montreal, bin ich ein Kind der Globalisierung. Ich hatte eine deutsche Mutter, habe einen holländischen Vater (auf Hawaii) und bin selbst Kanadier. Mein Lebensweg hat mich an mehr Orte geführt, als ich aufzählen mag. Ich habe den Beruf des Krankenpflegers gelernt und etliche Semester Theologie studiert. Zur Zeit lebe ich in Hamburg und in meinem Kopf. Manchmal schreibe ich darüber.

 

Zwischenstation

„Das war der Winter, in dem die beiden kamen.”
„Die Zwillinge?”
Willi nickte. „Ich hatte gehört, dass zwei neue Mädchen ins Dorf gezogen waren. Also machte ich mich eines Abends auf, um einen Blick in ihr Fenster zu werfen.”
Hans pfiff anzüglich. „Der Willi, schau an!”
„Ich bin auf einen Baum gestiegen. In ihrem Garten.”
„Was hast du gesehen?”

aus "Zwillinge" von Marc van der Poel

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler" von Marc van der Poel