Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 

Zwischenstation

„Das war der Winter, in dem die beiden kamen.”
„Die Zwillinge?”
Willi nickte. „Ich hatte gehört, dass zwei neue Mädchen ins Dorf gezogen waren. Also machte ich mich eines Abends auf, um einen Blick in ihr Fenster zu werfen.”
Hans pfiff anzüglich. „Der Willi, schau an!”
„Ich bin auf einen Baum gestiegen. In ihrem Garten.”
„Was hast du gesehen?”

aus "Zwillinge" von Marc van der Poel

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler" von Marc van der Poel

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espressivos im Norden
Montag, 30. März 2009 um 19:02
espressivos im Literaturcafé MathildeAm vergangenen Wochenende war ich mit der Autorengruppe espressivo in Norddeutschland auf Lesetour. Am Freitag waren wir in der Buchespressivos im Literaturcafé Mathildehandlung Schwarz auf Weiß in Buxtehude zu Gast, am Samstag haben wir im Hamburger Literaturcafé Mathilde gelesen. Im Programm hatten wir vor allem Geschichten aus unserer neuen Antholgie "Herzklopfen" aber auch aus vergangenen Veröffentlichungen oder geheimen Schubladen.

In Buxtehude habe ich selbst nicht gelesen. Im Rahmen des Mathilde-Abends habe ich meine Geschichte "Sterntaler" vorgetragen. Die Mathilde ist ein optimaler Ort zum Lesen. Stimmungsvoll, gerade richtig groß und immer voller netter Leute. Das fanden auch die anderen espressivos. Darum werden wir bestimmt bald wieder dort zu Gast sein.
 
"Herzklopfen und andere Lebenszeichen" ist erschienen
Donnerstag, 18. Dezember 2008 um 17:44

Herzklopfen und andere LebenszeichenEine Woche vor Weihnachten ist die neue Anthologie der Autorengruppe espressivo erschienen.

„Herzklopfen und andere Lebenszeichen“ handelt vom Leben. Die Arbeit des kleinen „Wundermuskels“ wird beleuchtet – in Liebe, Angst, Hoffnung und Schmerz, in Freude
und Schuld. Herzklopfen kann ein Ende ankündigen oder den Neubeginn. Und falls es ein Nachhinein gibt, weiß man – nie war man so lebendig wie mittendrin." (aus dem Nachwort der Autoren)

In dieser Sammlung ist meine Kurzgeschichte "Sterntaler" enthalten, in der ein junger Mann im Nirgendwo von Nevada seinen Lebenstraum gegen eine Handvoll Wirklichkeit eintauscht.

Insgesamt sind darin 46 Kurzgeschichten von folgenden Autoren enthalten:  Philipp Reichert, Cornelia Fröschl, Ulrike Weinhart, Bettina Heinzl, Meike Stewen, Hella Lopez, Sophie Karlis, Nina Hornauer, Katja Sacher, Kirsten Bloem, Claudia Vieregge, Klaus Westermann, Yvonne Seitz, Jürgen Hayer, Katharina Offenborn, Christopher Kaatz.

Wer das Buch kaufen möchte, kann es bei Amazon oder direkt beim KUUUK-Verlag bestellen.

"Herzklopfen und andere Lebenszeichen"
Hrsg.: Katja Sacher und Ulrike Weinhart
Taschenbuch: 242 Seiten
KUUUK-Verlag
ISBN-10: 3939832103
ISBN-13: 978-3939832102
Bei Amazon kaufen.

 
Lesung im Kulturhaus Dehnhaide
Donnerstag, 20. November 2008 um 10:32
Marc im Kulturhaus DehnhaideGestern habe ich eine Geschichte im Kulturhaus Dehnhaide gelesen. "Spätlese" heißt die Veranstaltungsreihe, die dort monatlich stattfindet und Autoren eine offene Bühne und ein kleines Publikum bietet. Organisiert wird die Reihe von Wolfgang Gogolin, der gestern auch den Abend moderiert hat.
 
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Wandlungen - vom Leben geschubst

In der Ferne sah sie die unruhigen Lichter der nächtlichen Hauptstraße aber sie hörte von dort keinen Ton. Dann blickte sie wieder auf die Ziegelmauer, welche die Gasse am Ende versperrte. Eine Straßenlaterne, in einiger Höhe daran befestigt, gab ein trübes Licht, das von Insekten in grotesken Figuren umtanzt wurde. Dann sagte sie noch einmal: „Das ist alles, was du mir zeigen wolltest? Eine Wand?”
aus "Wandläufer" von Marc van der Poel

Sexlibris - 30 erotische Geschichten

Ein Schnipsen. Jays Finger vor meinem Gesicht. „Hallo? Jemand zu Hause?“
Er spricht nun zu mir wie zu einem kleinen Jungen. „Ich habe gerade gesagt, ich sollte dich hier wegbringen. Du siehst nicht gut aus.“
Er trommelt mit den Fingernägeln auf das Lenkrad. „Scheiße. Stundenlang hier runterzufahren, nur weil du plötzlich unbedingt so ein Mädchen wiedersehen willst."
aus "Wechselbilder" von Marc van der Poel