Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 

Zwischenstation

„Das war der Winter, in dem die beiden kamen.”
„Die Zwillinge?”
Willi nickte. „Ich hatte gehört, dass zwei neue Mädchen ins Dorf gezogen waren. Also machte ich mich eines Abends auf, um einen Blick in ihr Fenster zu werfen.”
Hans pfiff anzüglich. „Der Willi, schau an!”
„Ich bin auf einen Baum gestiegen. In ihrem Garten.”
„Was hast du gesehen?”

aus "Zwillinge" von Marc van der Poel

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler" von Marc van der Poel

Twitter:

  • "Preserve your illusions. When they are gone you may still exist, but not live." Mark Twain
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Ein Neues Jahr ...
Freitag, 01. Januar 2010 um 10:59

marcvanderpoel.net am Start… - eine neue Website. Es riecht hier noch nach frischer Farbe und die Schritte hallen, weil es so wenig Einrichtung gibt. Aber marcvanderpoel.net geht endlich an den Start und ich freue mich auf jeden, der diese Seiten besuchen wird.

Hier werde ich über mein Schreiben und meine Veröffentlichungen und gelegentlich das eine oder andere über mich berichten.

Ein paar Pinselstriche sind noch zu machen, ein paar Schrauben nachzuziehen und einzelne ältere Artikel zu posten. Und wer einen bestimmten Inhalt oder eine besondere Funktion vermisst oder Schwierigkeiten bei der Darstellung hat, kann mir eine Mail schicken. Ich will dann versuchen, das Problem zu beheben. Wenn alles läuft, wird es hier auch einen RSS-Feed geben.

Fürs Erste wünsche ich allen Besuchern viel Spass beim Stöbern und alles Gute für das Neue Jahr 2010!

 

 
Finanzkrise in der Mathilde
Mittwoch, 06. Mai 2009 um 09:10
Marc in der MathildeGestern habe ich am Poetry Slam im Hamburger Literaturcafé Mathilde teilgenommen. 10 Autoren hatten je fünf Minuten Zeit, um ihre Texte zum Thema „Finanzkrise“ zu präsentieren. Das Publikum durfte dann den Sieger des Abends bestimmen. Ich hatte meine Geschichte „Sterntaler“ und zwei Freundinnen zur moralischen Unterstützung mitgebracht. Die kleine Mathilde war voller Menschen und es hat Spaß gemacht, dort zu lesen.

Ich halte sonst nicht so viel davon, aus einer Lesung einen Wettkampf zu machen. Schließlich geht es um den Spaß an der Sache, um das Gemeinschaftserlebnis und auch etwas um Kunst. Aber auf den als Siegespreis ausgelobten Frühstücksgutschein war ich schon ein bisschen scharf. In der Mathilde kann man nämlich sehr lecker essen. Das Frühstück hat verdientermaßen ein anderer gewonnen. Und so muss ich meine Mahlzeiten in der Mathilde bis auf weiteres selber bezahlen. Es war aber schön, an diesem Abend dabei zu sein, vorzutragen und die vielen tollen Texte der anderen zu hören.
 
Günter Grass und Marc van der Poel lesen im Hamburger Literaturhaus
Dienstag, 28. April 2009 um 17:36
Marc im Hamburger LiteraturhausNa gut, nicht gemeinsam. Nicht mal am selbenTag. Aber immerhin ... Vor einer Woche hat der Nobelpreisträger im Hamburger Literaturhaus vor Schülern gelesen. Gestern Abend durfte ich dort meine Perlen vor die Säue werfen - im Rahmen der eben so benannten Lesungsreihe, die Nachwuchsautoren die Gelegenheit gibt, ihre Texte in den edlen Räumen an der Alster vorzustellen.

Außer mir lasen Lucy Astner, Ralf Zander, Marlen Lenzen, Louis Ulrich, Lars Peters, Peggy Neidel und Lena Hach. Moderiert wurde der Abend von Friederike Moldenhauer und Thomas Pletzinger, die zu jedem Text nette bis kritische Worte fanden und die Autoren ein wenig über sich erzählen ließen.

Ich habe meine Kurzgeschichte "Tangenten" gelesen, die genau die 5 Minuten Lesezeit hat, die gefordert waren. Am Ende war es Lena Hach, die mit ihrer Geschichte "Unter dieser Nummer" die Herzen des Publikums gewann.
Ich habe trotzdem ganz viel mitgenommen an diesem Abend: Einen Kaffebecher, zwei kleine Löffel und einen … - nein, das nicht, sondern die Erinnerung an eine aufregende Lesung mit tollen Autorenkollegen und einem sehr netten Publikum.

 
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Wandlungen - vom Leben geschubst

In der Ferne sah sie die unruhigen Lichter der nächtlichen Hauptstraße aber sie hörte von dort keinen Ton. Dann blickte sie wieder auf die Ziegelmauer, welche die Gasse am Ende versperrte. Eine Straßenlaterne, in einiger Höhe daran befestigt, gab ein trübes Licht, das von Insekten in grotesken Figuren umtanzt wurde. Dann sagte sie noch einmal: „Das ist alles, was du mir zeigen wolltest? Eine Wand?”
aus "Wandläufer" von Marc van der Poel

Sexlibris - 30 erotische Geschichten

Ein Schnipsen. Jays Finger vor meinem Gesicht. „Hallo? Jemand zu Hause?“
Er spricht nun zu mir wie zu einem kleinen Jungen. „Ich habe gerade gesagt, ich sollte dich hier wegbringen. Du siehst nicht gut aus.“
Er trommelt mit den Fingernägeln auf das Lenkrad. „Scheiße. Stundenlang hier runterzufahren, nur weil du plötzlich unbedingt so ein Mädchen wiedersehen willst."
aus "Wechselbilder" von Marc van der Poel