Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 

Zwischenstation

„Das war der Winter, in dem die beiden kamen.”
„Die Zwillinge?”
Willi nickte. „Ich hatte gehört, dass zwei neue Mädchen ins Dorf gezogen waren. Also machte ich mich eines Abends auf, um einen Blick in ihr Fenster zu werfen.”
Hans pfiff anzüglich. „Der Willi, schau an!”
„Ich bin auf einen Baum gestiegen. In ihrem Garten.”
„Was hast du gesehen?”

aus "Zwillinge" von Marc van der Poel

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler" von Marc van der Poel

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espressivo auf Facebook
Sonntag, 14. Februar 2010 um 20:24
espressivo auf FacebookDie Autorengruppe espressivo hat seit ein paar Tagen eine Facebook Seite. Wenn ihr Facebook nutzt könnt ihr euch hier über Veröffentlichungen, Lesungen und andere Neuigkeiten informieren.

Wir freuen uns sehr, wenn ihr uns dort besucht und uns als offizielle espressivo-Fans unterstützt! Natürlich findet ihr aber auch weiterhin alle Neuigkeiten rund um espressivo auf der offiziellen espressivo Website.

 
März 2010 - espressivo liest in Norddeutschland Drucken
Sonntag, 31. Januar 2010 um 14:21

espressivos in Buxtehude und Hamburg„Eine Kurzgeschichte ist wie der Kuss eines Fremden im Dunkeln”, sagt Stephen King und wir - die Mitglieder der Autorengruppe espressivo - haben unsere kommende Lesereise unter dieses Motto gestellt: "Wie Küsse im Dunkeln" heißt das Programm aus spannenden, nachdenklichen, romantischen, schrägen und in jedem Fall unterhaltsamen Short Stories, das wir gerade für Deutschlands Norden zusammenstellen. 

Wie im vergangenen Jahr werden wir auch diesmal in Buxtehude und Hamburg zu Gast sein:

Freitag, 26. März 2010
19:30 Uhr
Buchhandlung “Schwarz auf Weiß”
Ritterstraße 9, 21614 Buxtehude, Tel.: 04161 / 99 99 70 0
Vorverkauf und Abendkasse: 4 Euro

Samstag, 27. März 2010
20:15 Uhr
Literaturcafé Mathilde
Bogenstraße 5, 20144 Hamburg, Tel.: 040 / 41 49 53 84
http://www.mathilde-hh.de
Vorverkauf und Abendkasse: 4 Euro, Fördermitglieder: 3 Euro

Sonntag, 28. März 2010
10:00 Uhr
Honigfabrik, Café Pause (mit Frühstücksangebot)
Industriestraße 125-131, 21107 Hamburg-Wilhelmsburg, Tel.: 040 / 42 10 39 13
http://www.honigfabrik.de
Eintritt frei

Ich selbst werde nach bisherigem Stand der Planung in Buxtehude sowie in der Honigfabrik lesen und in der Mathilde zumindest anwesend sein. 

Ausser mir lesen voraussichtlich: Kirsten Bloem, Gesina Cramer, Cornelia Fröschl, Jürgen Hayer, Nina Hornauer, Sophie Karlis, Hella Lopez-Eberhard, Myrna Maxam, Katharina Offenborn, Philipp Reichert, Meike Stewen, Claudia Vieregge, Anna-Kathrin Warner und Ulrike Weinhart.
Musik machen Cornelia Fröschl und Silvio Kuschmierz.

Mögt ihr kommen? Ich würde mich sehr freuen. 

 
Tanja steigt aus
Sonntag, 24. Januar 2010 um 11:16
FUNK UHR Krimi von Marc van der PoelSie schloss die Augen, als sie Karins Schreie aus dem Wohnmobil hörte. Der Parkplatz war menschenleer. Niemand sonst konnte beobachten, was vor sich ging. Nach einigen Minuten kam Dirk zurück und ließ sich auf den Fahrersitz fallen. "Die Schlampe wollte aufhören. Ich hab ihr zugeredet, damit sie noch ein bisschen weitermacht."
Er legte seine rechte Hand auf Tanjas Oberschenkel. "Und du? Schon mal darüber nachgedacht, mich zu verlassen?"


Ein Auszug aus meinem Kurzkrimi "Tanja steigt aus", der diese Woche in der FUNK UHR (4/2010) erschienen ist. Die vollständige Geschichte ist auf Seite 94 nachzulesen. Das Heft ist noch bis Donnerstag, d. 28.01. im Zeitschriftenhandel zu bekommen.
 
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Wandlungen - vom Leben geschubst

In der Ferne sah sie die unruhigen Lichter der nächtlichen Hauptstraße aber sie hörte von dort keinen Ton. Dann blickte sie wieder auf die Ziegelmauer, welche die Gasse am Ende versperrte. Eine Straßenlaterne, in einiger Höhe daran befestigt, gab ein trübes Licht, das von Insekten in grotesken Figuren umtanzt wurde. Dann sagte sie noch einmal: „Das ist alles, was du mir zeigen wolltest? Eine Wand?”
aus "Wandläufer" von Marc van der Poel

Sexlibris - 30 erotische Geschichten

Ein Schnipsen. Jays Finger vor meinem Gesicht. „Hallo? Jemand zu Hause?“
Er spricht nun zu mir wie zu einem kleinen Jungen. „Ich habe gerade gesagt, ich sollte dich hier wegbringen. Du siehst nicht gut aus.“
Er trommelt mit den Fingernägeln auf das Lenkrad. „Scheiße. Stundenlang hier runterzufahren, nur weil du plötzlich unbedingt so ein Mädchen wiedersehen willst."
aus "Wechselbilder" von Marc van der Poel