Marc van der Poel

Kunst ist, wenn man's nicht kann
- denn wenn man's kann, ist's keine Kunst

 
2009
Finanzkrise in der Mathilde
Mittwoch, 06. Mai 2009 um 09:10
Notizen / Vom Schreiben etc.
Marc in der MathildeGestern habe ich am Poetry Slam im Hamburger Literaturcafé Mathilde teilgenommen. 10 Autoren hatten je fünf Minuten Zeit, um ihre Texte zum Thema „Finanzkrise“ zu präsentieren. Das Publikum durfte dann den Sieger des Abends bestimmen. Ich hatte meine Geschichte „Sterntaler“ und zwei Freundinnen zur moralischen Unterstützung mitgebracht. Die kleine Mathilde war voller Menschen und es hat Spaß gemacht, dort zu lesen.

Ich halte sonst nicht so viel davon, aus einer Lesung einen Wettkampf zu machen. Schließlich geht es um den Spaß an der Sache, um das Gemeinschaftserlebnis und auch etwas um Kunst. Aber auf den als Siegespreis ausgelobten Frühstücksgutschein war ich schon ein bisschen scharf. In der Mathilde kann man nämlich sehr lecker essen. Das Frühstück hat verdientermaßen ein anderer gewonnen. Und so muss ich meine Mahlzeiten in der Mathilde bis auf weiteres selber bezahlen. Es war aber schön, an diesem Abend dabei zu sein, vorzutragen und die vielen tollen Texte der anderen zu hören.

Günter Grass und Marc van der Poel lesen im Hamburger Literaturhaus
Dienstag, 28. April 2009 um 17:36
Notizen / Vom Schreiben etc.
Marc im Hamburger LiteraturhausNa gut, nicht gemeinsam. Nicht mal am selbenTag. Aber immerhin ... Vor einer Woche hat der Nobelpreisträger im Hamburger Literaturhaus vor Schülern gelesen. Gestern Abend durfte ich dort meine Perlen vor die Säue werfen - im Rahmen der eben so benannten Lesungsreihe, die Nachwuchsautoren die Gelegenheit gibt, ihre Texte in den edlen Räumen an der Alster vorzustellen.

Außer mir lasen Lucy Astner, Ralf Zander, Marlen Lenzen, Louis Ulrich, Lars Peters, Peggy Neidel und Lena Hach. Moderiert wurde der Abend von Friederike Moldenhauer und Thomas Pletzinger, die zu jedem Text nette bis kritische Worte fanden und die Autoren ein wenig über sich erzählen ließen.

Ich habe meine Kurzgeschichte "Tangenten" gelesen, die genau die 5 Minuten Lesezeit hat, die gefordert waren. Am Ende war es Lena Hach, die mit ihrer Geschichte "Unter dieser Nummer" die Herzen des Publikums gewann.
Ich habe trotzdem ganz viel mitgenommen an diesem Abend: Einen Kaffebecher, zwei kleine Löffel und einen … - nein, das nicht, sondern die Erinnerung an eine aufregende Lesung mit tollen Autorenkollegen und einem sehr netten Publikum.


espressivos im Norden
Montag, 30. März 2009 um 19:02
Notizen / Vom Schreiben etc.
espressivos im Literaturcafé MathildeAm vergangenen Wochenende war ich mit der Autorengruppe espressivo in Norddeutschland auf Lesetour. Am Freitag waren wir in der Buchespressivos im Literaturcafé Mathildehandlung Schwarz auf Weiß in Buxtehude zu Gast, am Samstag haben wir im Hamburger Literaturcafé Mathilde gelesen. Im Programm hatten wir vor allem Geschichten aus unserer neuen Antholgie "Herzklopfen" aber auch aus vergangenen Veröffentlichungen oder geheimen Schubladen.

In Buxtehude habe ich selbst nicht gelesen. Im Rahmen des Mathilde-Abends habe ich meine Geschichte "Sterntaler" vorgetragen. Die Mathilde ist ein optimaler Ort zum Lesen. Stimmungsvoll, gerade richtig groß und immer voller netter Leute. Das fanden auch die anderen espressivos. Darum werden wir bestimmt bald wieder dort zu Gast sein.

Zwischenstation

Hans lehnte sich gegen ein Waschbecken, zog ein Etui aus der Tasche seines Jacketts, nahm zwei Zigaretten heraus, reichte Willi eine davon und gab ihm Feuer. "Rauchverbot! Die Menschheit wird verrückt. Aber ich stell mich nicht raus in die Kälte."
Er schüttelte den Kopf. "Mensch Willi, wie lange ist es her, dass wir beide heimlich zusammen auf dem Klo geraucht haben? Sechzig Jahre?"

aus "Zwillinge"

Herzklopfen und andere Lebenszeichen

Es gibt hier nur einen Highway. Und zwei Richtungen. Sie kam aus der anderen. Auch sie hat kein Geld mehr. Hat mir mit ihren letzten Dollars eine Mahlzeit spendiert. Und ein gemeinsames Hotelzimmer. Morgen stehen wir beide auf der Straße. Zwei Deutsche am Ende einer leeren Fahnenstange. In Shithole-Town, Nevada, USA.
Julia hat Pullover und Jeans ausgezogen und sitzt im Schneidersitz auf dem Bett. Sie sieht mich an.

aus "Sterntaler"